Seit dem Ende der Poznań Game Arena 2018 sind einige Tage vergangen – Zeit für eine nüchterne Bewertung. Freitag und Samstag verbrachten wir rekordverdächtige 15 Stunden auf der Messe. Das ermöglichte Einblicke in Trends und Hardware sowie Treffen mit Spielern und Entwicklern.
Eine große Überraschung war das Wetter: erstmals seit Jahren ein schöner warmer Herbstwochenendbesuch mit allen Außenattraktionen der MTP. Angenehm nach Regen, Schnee und Orkan im Vorjahr, als wir auf dem Weg nach Poznań stundenlang in Wrocław festsaßen.
Wir begannen am Stand von Nintendomit vielen Nintendo-Switch-Anwendungen. Besonders gefiel uns Nintendo Labo, eine attraktive Switch-Erweiterung für interaktive Pappspielzeuge. Kinder und Eltern drängten sich am Stand. Nintendo gilt als Kinderspielhersteller, bietet aber zunehmend Titel für ältere Nutzer, darunter Doom für Switch. Grafisch überzeugte das Spiel leider wenig. Die Konsole ist für solche Titel deutlich zu schwach, um die Qualität von PS4, Xbox One oder PCs zu erreichen. Dagegen beeindrucken Party-, Tanz-, Sport- und Geschicklichkeitsspiele für mehrere Personen an einer Konsole.
Samsung hatte 2 Stände: einer zeigte Fortnite auf Galaxy Note 9, der andere bot Tests von Samsung Gear VR sowie Smartwatches, Tablets und Smartbands. Nahebei stand Wacom, dessen Grafiktabletts wir schätzen. Lob an das professionelle, geduldige und engagierte Team, das unter Hunderten Besuchern sicher neue Interessierte gewann.
Sehr beliebt war das erwähnte Fortnitean fast jedem zweiten Stand und auf Smartphones, Konsolen und PCs. Unvergänglich bleibt Counter Strike: Global Offensive. Nach schwachem Jahresbeginn mit Spielerrückgang blieb es das beliebteste E-Sport-Spiel, sichtbar auf Gaminggeräten, in Wettbewerben und Turnieren. Besonders die ESL Polen- und Europameisterschaftsspiele zogen viele Fans an.
Das geringere Interesse an League of Legends war deutlich. Die seltene Präsenz auf Gaminghardware überraschte gegenüber dem Vorjahr.
Unter Premieren und Vorschauen fielen Tomb Raider, Forza Horizon 4 und World War 3 mit beeindruckender Grafik auf.
Interessant war der Unreal-Engine-Stand, deren Technik wir bei Projekten für Pogotowie 3Dgelegentlich nutzen. Mehrere Titel zeigten die Engine-Möglichkeiten.
Sony PlayStation enttäuschte uns etwas. Gezeigt wurden nur PlayStation-VR-Spiele, die … sind, wie sie sind. Trotz vieler VR-Spiele lassen Länge und Qualität zu wünschen übrig. Überraschend fehlten starke Titel wie Spider-Man und Detroit. Vielleicht benötigen sie keine weitere Werbung: PS4 verkauft sich hervorragend und erreichte die Popularität der PlayStation 2. Zugleich wird häufiger über PlayStation 5 gesprochen. Sony sucht bereits Firmen für das Marketing der neuen Generation.
Microsoft verdient Lob für den fast vollständigen Xbox-One-Stand mit viel Hardware und aktuellen Spielen, der zahlreiche Spieler anzog.
Das VR-Interesse war sichtbar geringer. Im Vorjahr war es Thema Nr. 1, nun fast verschwunden. HTC Vive und Oculus Rift fehlten beinahe; PlayStation VR hielt die Technik präsent, blieb aber gegenüber klassischen Lösungen klein. Das überrascht uns nicht: Wir erwarteten es bereits letztes Jahr. Geräte sind zu teuer, interessante Anwendungen fehlen. In den letzten 3 Jahren änderte sich wenig, und die Hardwareentwicklung ist langsamer als erhofft. Schade, denn wir warten selbst auf die Verbreitung für noch interessantere immersive Projekte.
Leider fehlte der Retrohardware- und Spielestand, sonst ein Hauptbesuchspunkt. Dafür gab es interessante Indie-Spiele, hoffentlich bald erhältlich. Entwicklertreffen und Erfahrungsaustausch sind besonders wertvoll. Im oft übersehenen Pavillon Nr. 15 fanden Vorträge über Spieleentwicklung, Musik, Grafik, Design und Marketing statt. Polnische und internationale Entwickler waren ansprechbar. Pflicht für Einsteiger und alle, die Wissen erweitern möchten.
Sprite, T-Mobile und Play mit großen attraktiven Ständen überraschen kaum noch, Gillette dagegen schon. Es gab Einwegrasierer, Wettbewerbe und Spiele gegen E-Sport-Profis. Eine gute, unaufdringliche Werbung, passend zum Ereignis.
Wichtig war die Ankündigung von 10Gbit/s-Glasfaserinternet durch Inea. Zunächst für Poznań geplant, später auch für andere polnische Großstädte. Wir warten auf diese Technik in unserem Büro in Chrzanów 🙂 Besonders angesichts der großen täglichen Datenmengen von Pogotowie 3D an Kunden.
CD Projekt Red wirkte dieses Jahr hauptsächlich wie Giermasz mit Spiele- und Merchandiseverkauf. Offenbar konzentriert man sich auf Cyberpunk. Oder auf die 60 Millionen PLN, die Herr Sapkowski fordert?
11Bit Studio hatte einen schönen Stand mit Frostpunk, This War of Mine und kleineren Projekten. Die wachsende Präsenz und Weltklasse polnischer Spiele freut uns sehr.
Lebendig waren die Hardwarehändlerstände von X-Kom, Komputronikund Alsen mit interessanten Angeboten. Manche Rabatte waren tatsächlich attraktiv: nicht riesig, aber günstiger als online. Besser als „Tastatur für 1 PLN“ mit nur 2 Exemplaren 😉 Auch Asus präsentierte seine Marke Republic of Gamersgut. Seit Jahren nutzen wir dessen Spitzenmainboards zuverlässig. Gute Chipsatzkühlung, Anschlüsse, Stromversorgung, Übertaktung und vor allem Ausfallsicherheit ermöglichen leistungsstarke Workstations für Pogotowie 3D.
Zum Schluss die Grafikkartenverfügbarkeit: Sonst sah man hier stets Spitzensysteme. Trotz der neuen Nvidia-20xx-Serie waren Spitzenkarten diesmal schwer zu finden. Wir sahen keine einzige GeForce 2080Ti. Trotz Ende des Kryptomining-Booms bleiben Engpässe. Wir warten selbst seit einem Monat auf vorbestellte GPUs für unsere Renderfarm.
Für alle ohne PGA-2018-Besuch gibt es einen kurzen Fotobericht. Weitere Fotos und Hyperlapses veröffentlichten wir auf unseren sozialen Profilen. Besuchen Sie uns: Facebook, Twitter, Instagram, YouTube.
Bis zur PGA 2019! 🙂
Maciej „SarmaC“ Sarzyński
Urheberrechte Pogotowie3D


































